Donnerstag, 30. August 2007

Depressiv durch Schimmelpilz


Feuchte, schimmelbefallene Wohnungen machen nicht nur körperlich krank. Eine derart ungesunde Umgebung greift auch die Psyche an.

Schimmelpilze lassen die Seele leiden
Egal, ob im Bad, in der Küche oder im Schlafzimmer: Schimmel sieht nicht nur hässlich aus, sondern macht auch seelisch krank. Das ergab eine Analyse der Angaben von mehr als 6000 Europäern in acht Städten.

Ergebnis: Je feuchter und schimmliger die Umgebung, desto häufiger gaben die Befragten an, unter Symptomen einer Depression wie Appetitlosigkeit, geringem Selbstbewusstsein und Schlafstörungen zu leiden.
Der Zusammenhang überraschte die Forscher, denn er blieb auch erhalten, nachdem sie andere Faktoren herausgerechnet hatten, die eine Depression begünstigen können, etwa Arbeitslosigkeit oder Überbevölkerung. Doch das Gegenteil war der Fall. „Die Studie macht deutlich, dass der Wohnraum ein Indikator für Gesundheit und auch psychische Gesundheit ist“, betont Edmond Shenassa von der Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island.

Dem Schimmel ausgeliefert

Einen Grund für den Zusammenhang sieht der Forscher darin, dass die Betroffenen sich oft ihrer Wohnsituation ausgeliefert fühlten. Ein weiterer Faktor seien gesundheitliche Probleme, die auf Schimmelpilze zurückgehen, zum Beispiel Asthma, chronische Müdigkeit und Erkältungen oder Halskrankheiten. „Wenn man sich krank fühlt und das Gefühl hat, an der Situation nichts ändern zu können, kann das die seelische Gesundheit beeinträchtigen“, glaubt der Epidemiologe.

In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler klären, ob Schimmel tatsächlich direkt Depressionen auslöst. „Das würde mich nicht sehr überraschen“, sagt Edmond Shenassa. Schimmelpilze enthalten Giftstoffe, die das Nervensystem beeinflussen könnten und damit auch die Gehirnregion, die unter anderem Impulskontrolle, Gedächtnis, Sexual- und Sozialverhalten steuert.

Die Daten für die Analyse stammten aus der Large Analysis and Review of European Housing and Health Status (LARES) der WHO aus den Jahren 2002 und 2003.
(Quelle: bid/American Journal of Public Health)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Danke jetzt weiss ich was mit uns los ist :(